„Gemeinsamkeiten machen uns stark“

Geimeinsamer Auftritt GV „Harmonie“ und „Sängerkranz“

»Ich bin froh, ein Harmonist zu sein, kann mir aber vorstellen, ein Sängerkränzler zu werden.« Das bekannte der Ehrenvorsitzende des Gesangvereins Harmonie 1906, Wilken Gräf, am Samstagabend in der Volkshalle in der »Singenden Stadt« Pohlheim am Ende einer nicht alltäglichen Festrede. Die hatte er gemeinsam mit dem Ehrenpräsidenten des Gesangvereins Sängerkranz 1876, Karl-Heinz Gros, gehalten.Jeweils aus der Sicht des anderen Vereins beleuchteten beide Sänger am Kommersabend am Samstag die historischen chorischen Entwicklungen bis in die Gegenwart. Dabei betonten sie die heutigen Gemeinsamkeiten der beiden Vereine, die ihre Jubiläen in diesem Jahr unter der Überschrift »250 Jahre Männerchorgesang – Chorfest in Watzenborn-Steinberg« feiern können. »Diese Gemeinsamkeiten machen uns stark.« Das nach 110 Jahren Gesangverein Harmonie und 140 Jahre Gesangverein Sängerkranz der Gesang und die Musik nicht zu kurz kam, war selbstverständlich im Hans-Weiß-Saal. Zudem konnten in langer Tradition von akademischen Abenden der Chöre langjährige Sänger und Mitglieder der Chörevon denVorsitzenden Uwe Degen (Harmonie) und Werner Funk (Sängerkranz) sowie dem 2. Vorsitzenden des Sängerbundes Hüttenberg-Schiffenberg (SHS), Thomas Laux, geehrt werden. Moderiert wurde der kurzweilige Abend aus Chormusik der Sängerkranzund Harmonie-Chöre und Musik vom Streicher-Ensemble der Adolf-Reichwein-Schule von Oliver Neundorf und Stefan Huster.Musikalisch eröffnete der Sängerkranz-Männerchor unter Leitung von Peter Schmittmit dem Lied »Kommt Trost der Welt« (W. Nagel) den Reigen der Chormusik. Nachdem das Volkslied »Von der Traube in die Tonne« verklungen war, erinnerte Bürgermeister Udo Schöffmann an die wechselvollen Chor-Geschichten mit ihren Höhen und Tiefen. Er hob hervor und würdigte, dass die Gesangvereine mit dem gemeinsamen Chorfest frühere Rivalitäten hinter sich gelassen hätten und mit 50 Gast-Chören aus Deutschland und der Welt im Sommer die »SingendeStadt« wieder aufleben lassen werden. Junge Gesichter waren dann auf der Bühnemit dem Streicher-Ensemble der Adolf-Reichwein-Schule zu sehen und mit ihrenGeigen zu hören, dirigiert von Margarete Mrokon. Einen gemeinsamen Auftritt gab eszudem mit dem Harmonie-Männerchor unter Leitung von Hans Happel beim Stück »You raise me up« (Du ermutigst mich). Stehende Ovationen gab es danach für Leonie Happel, der mit 16 Jahren jüngsten Sängerin der Harmonie. Sie sang die Solostimme bei der Filmmusik aus »Wie im Himmel« mit »Gabrielas Song«, die von den Männerstimmen hinterlegt wurde.Spekulationen über ZukunftNeue Wege gingen beide Vereine bei der Festrede mit den Ehrenvorsitzenden Gräf und Gros. Sie ließen noch einmal die wechselvolle Geschichte von Harmonie und Sängerkranz Revue passieren. Die musikalischen Leiter bis zu den heutigen Dirigenten Hans Happel und Therese Rinderknecht (Harmonie-Chöre) sowie Peter Schmitt (Sängerkranz und vocale) wurden gewürdigt. Die zahlreichen Erfolge bei nationalen und internationalen Wettbewerben in Erinnerung gerufen. So waren beispielsweise Sängerkranz und Harmonie bei der Chorolympiade 2004 in Bremen erfolgreich. Auch die Entwicklungen mit der Gründung von Frauen- und Kinderchor bei der Harmonie und beim Sängerkranz mit den »vocalen« gehörte zu diesen Betrachtungen. Das aus all dem über die Jahre der Veränderungen die Überlegung zum gemeinsamen Feiern erwuchs, freute beide gestandene Sänger. »Vielleicht werden wir irgendwann gemeinsam Männerchor-Gesang betreiben«, spekulierte man bereits. Das Frauen-Ensemble der Harmonie mit »Orea Foni« sang darauf das durch Simon & Garfunkel bekannte melodische Stück »Scarborough fair« bevor es nach Aretha Franklins Evergreens »I say a little prayer for you« beschwingt zu den Ehrungen ging. Als Sänger wurden mit Ehrungen des Hessischen Sängerbundes und der beiden Vereine von der Harmonie für 60 Jahre Werner Burger und Klaus Reuschling und für 25 Jahre Timo Happel sowie vom Sängerkranz für 60 Jahre Walter Häuser und Gerhard Burger, für 50 Jahre Klaus Harnisch, für 40 Jahre Georg Jung und Dieter Grünfelder und für 25 Jahre Thilo Krug als Mitglieder und Sänger ausgezeichnet. Weiterhin wurden bei der Harmonie für ihre Vereinstreue für 25 Jahre Renate Rohn-Queckbörner und Patrick Rudolph, für 50 Jahre Reinhold Hofmann und Jürgen Müller, für 60 Jahre Otto-Ludwig Felde und für 70 Jahre Karl Lang und Kurt Jung ausgezeichnet. Beim Sängerkranz wurde für 50 Jahre Erhard Berg und für sage und schreibe 75 Jahre Mitgliedschaft, der 90-jährige Sängerkranz-Ehrenvorsitzende Karl Schmitt mit Urkunde und Geschenk geehrt.Am Ende hatte noch einmal die Chormusik dasWort. Nachdem die Sängerkranz »vocale« mit der schottischen Nationalweise »Loch Lomond« die Herzen der Zuhörer erobert hatten, standen alle Sänger von Harmonie und Sängerkranz unter Leitung von Peter Schmitt zum Finale auf der Bühne. Mit dem Klassiker »Morgenrot« verabschiedeten sie sich unter großem Applaus vom Publikum. Mit DJ Stefan Huster und seiner Tanzparty wurde danach weiter gefeiert. Am Sonntagvormittag wurde das Chorfest-Wochenende mit einem musikalischen Frühschoppen unter Mitwirkung der Watzenborn-Steinberger Chöre und Musik der »Wicking Band« fortgesetzt.

„Gemeinsamkeiten machen uns stark“